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Das Mercatorprojekt am Michaeli-Gymnasium
Eine Chance auf besseres Deutsch
1. Weshalb wird der Förderunterricht überhaupt am Michaeli-Gymnasium angeboten?
Im Einzugsbereich des Michaeli-Gymnasiums liegen Stadtviertel wie Berg am Laim, Perlach-Ramersdorf oder die Messestadt mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Einwohnern mit Migrationshintergrund (bis ca. 26 %). Immer wieder wird von Lehrkräften die Erfahrung gemacht, dass sich Kinder und Jugendliche mit nicht-deutscher Erstsprache häufig im Alltag mündlich problemlos verständigen können. In der Schule sind jedoch äußerst komplexe Sprachstrukturen nötig, um erfolgreich zu sein und einen qualifizierten Bildungsabschluss zu erreichen. Über diese differenzierten Sprachkenntnisse verfügen häufig SchülerInnen mit Migrationsgeschichte nicht, sodass sie manchmal genau an diesen unzureichenden Deutschkenntnissen scheitern.
Um Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund Chancengleichheit beim Zugang zur Bildung zu ermöglichen, kooperiert das Michaeli-Gymnasium mit der Mercator-Stiftung. Seit dem Schuljahr 2009/2010 kann die Schule einen kostenlosen, außerschulischen Förderunterricht für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache anbieten.
2. Wer ist für die Umsetzung des Mercator-Projekts am Michaeli-Gymnasium verantwortlich?
- Koordiniert und betreut wird der Förderunterricht am MGM von Frau OSTRin Silke Douglas-Kloninger, die u.a. das Fach Deutsch unterrichtet und über vielfältige Kenntnisse im Bereich „Erwerb von Deutsch als Zweit- und Fremdsprache“ verfügt. Zusätzlich erleichtern ihre Erfahrungen während längerer Auslandsaufenthalte im orientalisch-muslimischen Raum und ihre Fremdsprachenkenntnisse in Arabisch die Elternarbeit.
- Parallel wird das Projekt von Frau Mareike Prehl begleitet, die als Sozialpädagogin der Schule als kompetente Ansprechpartnerin für Eltern und SchülerInnen dient.
- Als Förderlehrkräfte arbeiten vier äußerst engagierte Studierende der LMU München, die im Rahmen ihres Lehramtsstudiums (Fach Deutsch) u.a. auch Kenntnisse im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ erworben haben.
- Frau Dr. Angela Guadatiello, die neben ihrer Tätigkeit in der Initiativgruppe - Interkulturelle Begegnung und Bildung e. V. auch an der LMU im Bereich Deutsch als Fremdsprache tätig ist, begleitet die Studierenden wissenschaftlich an der Universität und leitet das Projekt.
3. Chancen und Zielsetzungen des Projekts:
- Verbesserung der sprachlichen und fachlichen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen, d.h. primäres Ziel ist es, die Sprachkompetenz zu fördern, um z.B. auch im Fach Mathematik Textaufgaben zu verstehen und bearbeiten zu können oder Texte im Fach Geographie vollständig zu erfassen bzw. sinnvoll wiederzugeben.
- Erwerb von Lernstrategien für den weiteren Bildungsweg
- Erleichterung der kulturellen Integration
4. Wie werden die Kinder für das Mercator-Projekt ausgewählt?
- In einem Elternbrief bzw. an einem eigenen Elternabend erfolgt zu Beginn des Schuljahres eine allgemeine Information über das Projekt.
- Die Förderlehrkräfte hospitieren vor den Herbstferien zwei Wochen lang im Unterricht der 5. Klassen, um die Kinder kennen zu lernen.
- In Abstimmung mit der Koordinatorin und den jeweiligen Deutsch- bzw. Förderlehrkäften werden anschließend die SchülerInnen herausgefiltert, die den größten Förderbedarf haben. Diese Kinder bzw. deren Eltern werden von der Schule kontaktiert.
- Nach der freiwilligen Anmeldung zum Förderunterricht werden die Förderzeiten festgelegt und den Kindern bzw. deren Eltern bekannt gegeben.
- Falls mehr Anmeldungen als Kapazitäten vorliegen sollten, hat das Kind über eine Warteliste die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt einen Förderplatz zu erhalten.
- Ab den Herbstferien beginnt der Förderunterricht
5. Wie ist der Mercator-Unterricht genau gestaltet?
- Der Unterricht findet momentan für 15 SchülerInnen der 5. Jahrgangsstufe statt.
- Geplant ist, den Förderunterricht ab dem Schuljahr 2010/2011 auch auf die 6. Jahrgangsstufe auszuweiten.
- An drei Nachmittagen (á 90 Minuten) werden insgesamt vier Gruppen (3-7 Kinder) von jeweils ein bis zwei Förderlehrkräften unterrichtet.
- Der Unterricht erfolgt binnendifferenziert und ist individuell auf den Einzelnen abgestimmt.
- Die Förderlehrkräfte erarbeiten mit den Kindern stets auf spielerische Art und Weise z.B. grammatische Strukturen oder Rechtschreibregeln, fördern aber auch die Lesekompetenz bzw. das Ausdrucksvermögen und trainieren mündliche Kommunikation oder Aufsatzformen.
- Alle betreuenden Personen des Projekts sind untereinander vernetzt und tauschen sich aus.
- Die jeweiligen Fachlehrkräfte (v.a. Deutsch, Mathematik) geben ihre Rückmeldungen über fachliche Verbesserungen der Kinder an die Projektbetreuerin weiter.
- Die Eltern werden von der Projektbetreuerin in regelmäßigen Abständen über die Lernfortschritte ihrer Kinder informiert.
Weiterführende Informationen:
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