Geologie hautnah erlebt: Exkursion zum Geothermiekraftwerk Holzkirchen
Weshalb ist Holzkirchen ein so gefragter Standort für Geothermie? Wie tief bohrt man, um an die „heißen Quellen“ zu gelangen, und welche geologische Schicht verbirgt sich dort? Wie heiß ist das Thermalwasser, wenn es an die Oberfläche kommt – und was passiert, wenn plötzlich Erdöl mit hochgepumpt wird? Wie viele Wärmetauscher braucht man eigentlich, bis das Wasser warm aus unserem Hahn fließt, und was hat es mit dem großen Kochtopf auf sich, der auf einem der Rohre stand?
Diesen und weiteren spannenden Fragen gingen 19 Schülerinnen und Schüler am vergangenen Mittwoch, den 18. März, auf den Grund. Im Rahmen des fächerübergreifenden Studientags für Chemie, Biologie und Geographie am MGM begab sich die Gruppe gemeinsam mit Herrn Albani auf eine geowissenschaftliche Spurensuche.
Von der Entstehung der Schotterebene zur nachhaltigen Energie
Nach einer kurzweiligen S-Bahn-Fahrt nach Holzkirchen startete die Exkursion am dortigen Geolehrpfad. Hier lernten die Jugendlichen zunächst die geologischen Grundlagen der Münchner Schotterebene und des Molassebeckens kennen – ein notwendiger Schritt, um zu verstehen, warum genau dieser Standort ein so hohes geothermisches Potenzial bietet.
Technik hinter der Kulisse
Anschließend ging es direkt zum Kraftwerk. Dank einer tollen Führung durch Herrn Ostapchuk erhielten die Schüler einen tiefen Einblick in die komplexe Technik, die Planung und den Bau der Anlage (2015–2019). Dabei wurde schnell klar: Geothermie ist ein hochspannendes, interdisziplinäres Thema, das weit über den klassischen Unterricht hinausgeht.
Die Exkursion hat gezeigt, dass Geologie nicht nur Theorie aus dem Lehrbuch ist, sondern direkt vor unserer Haustür Lösungen für die Energieversorgung der Zukunft bereithält – inklusive einiger unerwarteter technischer Herausforderungen!
Für die Neugierigen: Die Auflösung der Einstiegsfragen:
- Potenzial: Aufgrund der thermalwasserführenden Schicht in der richtigen Tiefe mit geeigneter Temperatur.
- Bohrtiefe: Es wurde 5.078 Meter tief gebohrt.
- Schicht: Die Malmcarbonat-Schicht aus dem Oberjura (vor ca. 145 Mio. Jahren entstanden).
- Temperatur: Das Thermalwasser erreicht eine Temperatur von 157 °C.
- Nebenprodukt: Unerwartet wurde Erdöl gefördert, das seither die Wärmetauscher und Rohrsysteme verschmutzt.
- Wärmetauscher: Es sind zwei Stufen nötig (Thermalwasser zu Fernwärmenetz sowie Fernwärmenetz zu Endverbraucher).
- Der Kochtopf: Er diente bei der Eröffnungsveranstaltung dazu, Weißwürste direkt im Thermalwasser zu erwärmen.